Unser Trinitatisfriedhof - Die Historie


Die wenigsten Besucher des 6 ha großen Friedhofes werden wissen, dass sie den ehemaligen Weinberg des Nonnenklosters des Benediktinerordens betreten.

In Folge der Reformation und der Umwandlung dieses Klosters 1541 zu einem Klostergut  kaufte Martin von Miltitz 1554 dasselbe als ein „recht Lehngut“ mit dem Flecken Riesa und dem Pfarrlehn.

Bereits 1556 lässt er einen neuen Friedhof an der heutigen Poppitzer Straße anlegen. Dieser wird flächenmäßig in den folgenden Jahrhunderten in westlicher Richtung vergrößert, sowie eine dazu gehörende Gärtnerei errichtet.

Unser Trinitatisfriedhof birgt nicht nur die Ruhestätten unserer Angehörigen, sondern ist auch wie ein Bilderbuch, dessen Seiten uns in die gesellschaftlichen und traditionellen Veränderungen in unserer Stadt blicken lassen.
Bekennende Zeugnisse des christlichen Glaubens sind die unterschiedlich gestalteten Grabdenkmäler der denkmal-geschützten Abteilung 1 neben der Kapelle. Ebenso bringen unterschiedliche Grabmale aus Metall, Holz und Stein mit Symbolen und Schrift unseren Glauben an die Auferstehung nach dem Tode zum Ausdruck, so z. Bsp. viele der seit der Mitte des 18. Jahrhunderts geschaffenen Erbbegräbnisstätten (zum Teil mit gemauerten Grüften).

Beeindruckend ist der Bestand an Laub- und Blütengehölzen, sowie an mehrjährigen Stauden in ihrer immer währenden Entwicklung als sichtbares Zeichen der Natur im ständigen Werden und Vergehen. Ergänzt wird der gepflegte Gesamteindruck durch die mit bunt blühenden Blumen geschmückten Gräber als Zeichen der Wertschätzung für die Entschlafenden.

Der Besucher findet hier einen Ort des Friedens, der Ruhe und der Andacht. 

In einer mit dem Ev.–Luth. Landeskirchenamt Sachsens abgestimmten langfristigen Konzeption will der Kirchenvorstand diesem Anliegen nachkommen. Darin eingeschlossen sind u. a. Neupflanzungen, Wegebauarbeiten und die Gestaltung von Grabfeldern in einer modernen, den jetzigen Bestattungszahlen angepassten Form.

Die Kapelle auf der Abteilung 1 wurde nach 1992 grundlegend saniert. Die Innenraumgestaltung in ihrer Schlichtheit mit dem Kruzifix an der Stirnseite weist still und eindrücklich auf die Grundlage unseres christlichen Glaubens hin.

Auch die 1888 gebaute Aufbahrungshalle wurde in den vergangenen neunziger Jahren im Inneren neu gestaltet und um eine behindertengerechte Toilettenanlage ergänzt. Die beiden Rosettenfenster in der Aufbahrungshalle zeigen in ihren Bleiverglasungen die christlichen Symbole unseres Dreieinigen Gottes: die Trinität und den ersten und den letzten Buchstaben des griechischen Alphabets: Alpha und Omega. Anfang und Ende liegen in den Händen Christi.

Unser Trinitatisfriedhof ist nicht nur ein Ort der Trauer und des Schmerzes, sondern weist seine Besucher hin auf die Zusage von Jesus Christus:

Ich lebe und ihr sollt auch leben.
(Jahreslosung 2008)


Wolfram Kroschel

Der Verfasser war viele Jahre (1959-1990) im Kirchenvorstand der Trinitatiskirchgemeinde Riesa-Altstadt aktiv.

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